Fortbildungsseminar Politische Bildung für das Diplomstudium zum Lehramt für PTS, Mai 2001Wählerstromanalyse der Wiener Gemeinderatswahl 2001Entnommen: SORA, Institute for Social Research and Analysis, Wien![]() Folgende Wählerwanderungen von der Nationalratswahl 1999
zur Wiener
Gemeinderatswahl 2001 hat das Institute for Social Research and Analysis (SORA)
am Wahlabend für den ORF berechnet. Eine
Wählerstromanalyse zwischen Wiener Gemeinderatswahl 1996 und
Gemeinderatswahl 2001 ist aufgrund der Veränderung zahlreicher Wiener
Wahlsprengel bei dieser Berechnungsmethode nicht möglich.
Beispiel: Von den SPÖ-WählerInnen 1999 haben 249.000 wieder SPÖ gewählt, 14.000 die FPÖ, 6000 haben die ÖVP gewählt, etc. Tabelle 2: Wählerwanderungen bei der Gemeinderatswahl 2001, in Prozent
Beispiel: Von den SPÖ-WählerInnen 1999 haben 82% wieder die SPÖ gewählt, 5% die FPÖ, 2% die ÖVP, etc. Die SPÖ hat von allen Parteien mit 82% die größte Behalterate – und damit von allen Parteien die stärkste Mobilisierung ihrer Wähler erreicht. Zusätzlich hat sie ein Fünftel (19%) aller Wiener FPÖ-Wähler von 1999 – das sind 39.000 Stimmen – von der FPÖ gewonnen. Gleichzeitig hat sie auch 13% der Grünen von 1999 und 13% des Liberalen Forums angezogen – in Summe 18.000 Stimmen. Der SPÖ ist es somit gelungen, aus sehr unterschiedlichen politischen Richtungen Stimmen anzuziehen. Sie hat allerdings auch 33.000 Stimmen – rund ein Zehntel der Wähler von 1999 – an das Nichtwählerlager verloren und im Gegenzug nur 12.000 Stimmen von ehemaligen Nichtwählern an sich ziehen können. Die FPÖ hat 39.000 Stimmen an die SPÖ, aber auch 58.000 Stimmen durch Wahlenthaltung eingebüßt. Das heißt, mehr als jeder vierte, der bei der Nationalratswahl 1999 noch FPÖ gewählt hat, ist nicht zur Wahl gegangen. Die gesunkene Wahlbeteiligung ist also hauptsächlich auf die Wahlverweigerung früherer freiheitlicher Wähler zurückzuführen. Die Freiheitlichen haben zwar etwa 11% ehemaliger ÖVP-Wähler und 5% ehemaliger SPÖ-Wähler gewonnen, dies hat aber die starken Verluste nicht ausgleichen können. Die ÖVP hat zwar Stimmen an die FPÖ verloren, aber von SPÖ und aus dem Bereich der Nichtwähler Stimmen hinzugewonnen und so ein kleines Plus erzielen können. Die Grünen haben ihre Stimmenzugewinne vor allem der Auflösung des LIF zu verdanken: Sie konnten etwa ein Drittel (34%) der LIF-Wähler von 1999 an sich ziehen. Nur noch ein knappes Viertel (23%) der LIF-Wähler von 1999 sind bei der Gemeinderatswahl ihrer Partei treu geblieben. Ein Drittel ist zu den Grünen gewandert, je 13% zu SPÖ und ÖVP und 16% sind zu Hause geblieben. Im Gegenzug konnte das LIF nur 5000 Stimmen von den Grünen, je 2000 von SPÖ und FPÖ und 3000 von der ÖVP lukrieren – im Saldo zuwenig, um den Verbleib in Landtag und Gemeinderat zu sichern. |