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Die Reformdiskussion der EU Handlungsfähigkeit & Legitimation Handlungsfähigkeit: Fähigkeit eines politischen Systems, autonomen Handlungsspielraum zu haben und auf Krisen reagieren zu können Legitimität: Akzeptanz eines politischen Herrschaftssystems seitens seiner Bürger In beiden Dimensionen für die EU Defizite In einzelnen EU-Mitgliedsstaaten sinkt die Akzeptanz, steigt die Frustration und Ablehnung. Ursachen dieses Defizits:
Hinzu kommt die Globalisierung mit ihren weltweiten Interdependenzen unterschiedlichster Art; viele Menschen fühlen sich anonymen Mächten ausgeliefert und versuchen in einem neuen Egoismus ihren Standard zu halten, was Auswirkungen auf das Solidaritätsverhalten zeigt bzw. Xenophobie, ja Fremdenhass und sogar Rassismus nährt. Dieses Klima weckt sogar in den EU-Mitgliedsstaaten alte, überwunden geglaubete Ressentiments gegen andere Völker oder Volksschichten, re-aktiviert frühere Feindbilder, was insgesamt der Integration und der Vergemeinschaftung abträglich ist. In dem Masse, wie Verbände und Statusgruppen ihren Einfluss "über Gebühr" egoistisch geltend machen, wird die Konsensfindung erschwert oder verunmöglicht, Werden dann "real- bzw. machtpolitisch" Entscheidungen durchgesetzt, fördert das die Frustration der Überstimmten und weckt noch mehr Chauvinismus oder stereotype bzw. vorurteilende Haltungen und Ablehnung der Union. (Bauern gegen Brüssel, Berufsgruppen eines Mitgliedsstaates gegen die eines anderen, Klassen- oder Schichtenverhalten, Zugewanderte oder Einwanderer, Asylanten, Flüchtlinge, Minderheiten etc. Friktionen aber auch im Unternehmensbereich: Fusionen und Übernahmen werden oft nicht mehr nach wirtschaftlichen, sondern nationalistischen Aspekten be- oder verurteilt.) Auf diese Krise reagierten die Mitgliedsstaaten bzw. die Union unterschiedlich: Innerstaatlicher
Bereich: Korporatismus: Verstärkung der kooperativen Verfahen des
Aus- und Verhandelns Verstärkung der Kooperation von staatlichen mit nichtstaatlichen Organisationen Governance without government Handlungsfähigkeit Je grösser die Gemeinschaft, desto komplexer und langwieriger der Willens- und Entscheidungsfindungsprozess. Je heterogener die Mitgliederinteressen, desto schwieriger die Bildung oder Artikulation von Gemeinschaftsstandpunkten als Ausdruck der Gemeinschaftsinteressen (kleisnter gemeinsamer Nenner!). Das bremst die Dynamik und macht das "System" schwerfällig und wenig überzeugend. Motivation der Kooperation steigt, wenn Gewinn für Beteiligte offenkundig ist. Andererseits bedeuten die Abgaben nationaler Souveränitäten (oft) Probleme hinsichtlich der nationalen Identität, des nationalen Sebstverständnisses. Demgegenüber äusserte sich der Präsident des EP, Klaus Hänsch 1997: "Je weiter die Globalisierung fortschreitet, desto mehr bedeutet europäische Integration für die Nationalstaaten Europas nicht einen Verlust an Souveränität, sondern einen Gewinn. Gemeinsam haben wir mehr Spielräume und mehr Gestaltungsmöglichkeiten." Demokratische Legitimation Wenn Politik als der Bereich definiert werden kann, in dem eine kleinere Gruppe von Handlungsbefugten interessengeleitet für ein grösseres Kollektiv in einem begrenztem Territorium bindende Entscheidungen fällt, so können zwei Prozesse benannt werden, die dieses nationale Entscheidungssystem verändert haben:
Insgesamt: Verlagerung der Politik in zwischenstaaliche, regionale und internationale Arenen, stärkere Verflechtung und Kooperation mit nichtstaatlichen Einrichtungen, stärkerer Einfluss von Grossfirmen (multinationale Konzerne) auf Wirtschaftsbereiche; dadurch aber auch stärkere Anonymisierung von Verantwortung und Zuständigkeit bzw. damit einhergehender grösserer Schwierigkeit des Nachvollzugs und der Kontrolle. Das begünstigt eine neue Art von "Unverantwortlichkeit": es fallen Rechtfertigungsgründe oder -zwänge weg, es fehlen die kompetenten Kontrollinstanzen, denen die Agierenden voll verantwortlich sind. Damit wird aber auch ein Prinzip des europäischen Staatswesens berührt, das als moderner Konstitutionalismus zwei Hauptaspekte kennt: Sicherung der Grund- und Menschenrechte (Schutzfunktion) sowie Kontrolle der Macht. Deshalb ist die Aufwertung des EP mit mehr Kontrollrechten nur folgerichtig und sein weiterer Ausbau zu fordern. "Die Europäische Union kann somit - wie im übrigen auch sämtliche Internationalen Organisationen - nur mit einem reduzierten Demokratiebegriff erfaßt werden." (Pfetsch 2001)
Die Reformdiskussion Drei Hauptbereiche:
Vier Kernpunkte der Reformdebatte:
Die Union soll also einerseits "bürgernäher", andererseits "demokratischer" werden! Weiters soll oder muss sich die Union auf die zu erwartenden Probleme durch die anstehenden Beitritte vorbereiten und vorbeugen. Es können vier zentrale Konfliktfelder festgemacht werden:
Diskussion eines
Zweikammersystems für das Europäische Parlament. nach
dem Entwurf von Weidenfeld (1995) würde die erste Kammer, der Rat
- die Mitgliedsstaaten und die zweite Kammer, das Parlament, die europäische
Bevölkerung repräsentieren.
Agenda 2000: Manifest für den Wandel Aufgrund der Beschlüsse bzw. Genehmigungn des EU-Gipfels Berlin (1999):
Dreifache Herausforderung:
Neugestaltung der Regionalpolitik: Konzentration der Fördermittel, zielgruppenorientierte Förderung, dezentralisierte Verwaltung Neue Strukturfonds 2000-2006 Finanzrahmen
2000-2006:
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