1969-1985 Erweiterung & Stagnation1969 folgte Charles de Gaulle Georges Pompidou mit einer gemässigteren Europapolitik; Grossbritannien wurde in die EG aufgenommen, es folgten Dänemark und Irland, womit die Gemeinschaft von 6 auf 9 Mitgleider wuchs. In einer zweiten Welle von Aufnahmen folgten Griechenland (1981), Spanien und Portugal (1986) und in einer dritten Welle Schweden, Finnland und Österreich (1995). Die Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ)Aussenministertreffen am 19.11.1969 brachte Konsultationen auf den Weg für gemeinsame(re) europäische Aussenpolitik. Nach Scheitern von EVG und Fouchet-Pläne war EPZ eine bescheidenere Form loser Koordination durch Konsultationsmechanismus (Stationen: Den Haag, Dezember 1969, Paris, Oktober 1972, Kopenhagen, Dezember 1973 mit dem Entwurf zur "Europäischen Union", London, Oktober 1981). 1986 wurde im Rahmen der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) die EPZ als Gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik (GASP) in die Verträge aufgenommen. (Verhältnis zu USA, Nahostkonflikt, europäisch-arabischer Dialog, KSZE-Treffen, Ost-West-Wirtschaftseziehungen, Mittelmeerpolitik und Kooperation mit den AKP-Staaten.) 1973 war der wichtigste Erweiterungsschritt, obwohl Grossbritannien noch vor seinem Beitritt einige Zurückhaltungen betonte. Aber nicht zuletzt wegen des Schwindens der Bedeutung seines CEinflusses im Commonwealth orientiere sich London auf Europa und die Gemeinschaft; bereits 1970 waren die Exporte Grossbritanniens in die EG grösser als in seine Commonwealth-Länder. Nach der Reetablierung der griechischen Republik (1974) folgten neue Beitrittsverhandlungen hinsichtlich der südlichen Länder Europas. 1979 Aufnahmegespräche mit Portugal und Spanien, 1981 Vertrag mit Griechenland. Währungspolitik: Barre-Plan (1969), 1970 Sachverständigengruppe unter Pierre Werner, luxemburgischer Premier zur Erarbeitung einer Wirtschafts- und Währungsunion.1971 Werner-Plan durch Europäischen Rat angenommen 1972 Wechselkursverbund der Sechs (Seit 1944 Weltwährungsordnung durch Bretton Wood-Abkommen; Zusammenbruch 1973) Die neuen EG-Mitglieder blieben aber diesem Verbund fern; bald verlblieben nur Dänbemark, Benelux-Staqaten und die BRD. Das Ziel eienr Währungsunion konnte damals offensichtlich nicht erreicht werden. 1978 Initiative zum Europäischen Währungssystems (EWS) durch Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing. (Tab. 1.3 Zusammensetzung des ECU beim Inkrattreten des EWS) Am 10.12.1974 beschlossen die Staats- und Regierungschefs in Paris, sich zukünftig regelmässig alle sechs Monate zu treffen. Diese Zusammenkünfte hiessen fortan "Europäischer Rat". Der Vorsitz dieses Gremiums sollte halbjährlich rotieren. Der Europäische Rat wurde zum Promotor für die Wetierentwicklung der europäischen Institutionen. 1975 Tindemans-Bericht: neue Überlegungen für eine Politische Union (blieb folgenlos) 1975 bis 1985 sprach man von "Eurosklerose" Diskrepanz der Wirtschaften der Neun, insbesodnere nach dem Ölschock von 1973, festigte ein Nord-Süd-Gefälle innerhalb der EG. Krise oder Stagnation vor allem im Agrarbereich, aber auch Verkehr, Industrie- und Regionalpolitik. |